Das Spiel "Miudinho"

In den 70er und 80er Jahren verbreitete sich Capoeira weit über die Grenzen Brasiliens und wurde in der ganzen Welt bekannt. Die Kampfkunst bekam einen anderen, wichtigen Status in Brasilien und außerhalb des Landes. Die Änderungen zeigten sich z.B. in der Einführung von Capoeira in den Lebenslauf als professionelle Qualifikation, bei Entwicklung der Trainingsmethoden und wachsenden Anerkennung in der Gesellschaft.

Infolge der Vergrößerung des potentiellen Arbeitsmarktes wurde Capoeira zum wichtigen Teil sozialer Arbeit. Dazu gehörte die Arbeit mit behinderten und älteren Menschen, sowie mit Kindern und Jugendlichen aus dem sozialen Abseits. Jedoch hatte die rasche Entwicklung von Capoeira auch Nachteile zur Folge. Dadurch, dass es in dieser Zeit keine offiziellen Vorgaben gab, unter welchen Bedingungen und auf welche Art man graduiert wurde, gab es immer mehr junge Mestres. Aufgrund ihrer Unerfahrenheit hatte Capoeira oft einen aggressiven und gewalttätigen Charakter.

Besorgt vom zunehmend negativen Ruf der Capoeira begann Mestre Suassuna an den Stil der 50er Jahre zu erinnern und diesen zu praktizieren. Er entwickelte Trainings-Sequenzen, welche die „klassischen“ Elemente, die er in seiner Jugend gelernt hatte, beinhalteten und versah sie mit seinem eigenen Stil, der sehr plastisch und reich an Bewegungen war. Außerdem schuf er einen neuen Rhythmus für das Berimbau und einige neue Bewegungen. Nach dem langen Entwicklungsprozess, der 15 Jahre gedauerte, wurde diese besondere Art des Spiels als Jogo do Miudinho bekannt.

Die Bezeichnung “Miudinho” ergab sich aus der Trainingspraxis, während dieser Mestre Suassuna oft von seinen Schülern ein „enges und kleines Spiel“ verlangte: „É pra jogar miudinho!“

Später arbeitet er an den Sequenzen weiter mit seinen Schülern der neuen Generation der 90er Jahre. Diese besondere Art von Capoeira wird dementsprechend als „Generation Miudinho“ bekannt. Mestre Suassuna und Miudinho haben weltweit Anhänger, welche seine Akademie im Bezirk Santa Cecília in Sao Paulo rund ums Jahr in der Hoffnung besuchen, die Geheimnisse und Mandingas dieses Capoeira-Spiels zu erlernen.

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